Der Film Schöne blonde Augen dokumentiert, wie das terra-eigene Theaterensemble einst ein Bühnenstück zum Thema Geburt entwickelt hat. Nun wird der Film am 28.08.2026 in der AULA der Ateliergemeinschaft Milchhof e.V in Berlin gezeigt. Mit dabei: terra-Geschäftsführer Henrik Thunecke.
Der Dokumentarfilm von Simon Brückner und Anna Reinking (beide Buch und Regie) wurde erstmals am 2. März 2009 uraufgeführt und lief in mehreren Kinos. Die „Stars“ der berührenden Darstellung sind u.a. die terra-Bewohner*innen Stefan B., Christine M. und Romano K. sowie andere mehr. Ihr Zusammenleben auf dem Hof der terra im Wendland sowie die Entwicklung und Proben des Theaterstückes wurden von den Filmemachern acht Monate lang einfühlsam mit der Kamera begleitet. Aus den Eigenarten der Protagonisten ergaben sich berührende Verfremdungen, vor allem aber Momente voller Poesie – auf und hinter der Bühne. „Auf der Reise durch diesen Mikrokosmos der terra verliert die Zuschreibung „behindert“ immer mehr von ihrer Eindeutigkeit“, so wird es in einer kurzen Inhaltsangabe beschrieben. „Und so ist Schöne blonde Augen ein Film über Liebe, Identität und Erwachsenwerden, über Kommunikation jenseits des Sagbaren und die gewaltige Herausforderung des Spielens geworden.“
Die Premiere des Films fand damals an der Berliner Akademie der Künste statt. Noch heute ist die DVD für einen kleinen Preis etwa bei Amazon zu erwerben. Dort schreibt ein Rezensent: „Es ist ein wunderbarer Film! Kein Sprecher, der Informationen liefert, lange Einstellungen, die die Menschen nur beobachten. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ist man mittendrin, Teil dieser Gemeinschaft, wird vertraut mit den Personen, die so herrlich offen, menschlich, normal, unverstellt sind. Mein eigenes Leben oder die Normalität dessen habe ich als Zuschauer schon in Frage stellen müssen. Überhaupt regt dieser Film zum Nachdenken an, ohne anstrengend zu sein. Und das in vielen unterschiedlichen Bereichen.“
In wenigen Tagen wird Schöne blonde Augen nun also erneut in Berlin laufen. Die Vorstellungin der AULA Milchhof passt in das Programm der dortigen Ateliergemeinschaft. Sie ist ein freier Proben- und Aufführungsort in einem historischen Schulhaus in Berlin-Mitte. Hier können in einem lebendigen künstlerischen Arbeitsumfeld zeitgenössischer Tanz, Performance, Theater erforscht, entwickelt, geprobt und gezeigt werden.
Die letzten beiden Augustwochen sind wieder für das Publikum mit Sommerspecials geöffnet. In diesem Rahmen wird auch der terra-Filmgezeigt, im Anschluss an die Vorführung steht u.a. der Filmemacher selbst, Simon Brückner, dem Publikum für ein Gespräch zur Verfügung. Und als Überraschungsgast auch Henrik Thunecke!
Der terra-Geschäftsführer reist eigens zu diesem Anlass am Freitag nach Berlin, um sich unter das Publikum zu mischen und anschließend vor Ort Fragen zur terra zu beantworten. Das ist wirklich viel Einsatz – zumal am selben Tag auch der Mitarbeiterausflug der terra stattfindet. „Den werde ich rechtzeitig verlassen, damit ich pünktlich in Berlin bin“, sagt Thunecke. Denn er möchte keine Gelegenheit auslassen, das Leben mit geistiger Behinderung in Belau einem öffentlichen Auditorium näherzubringen.
