Osterfeuer: Lodernde Flammen rundherum

Ostern läutete in diesem Jahr den April ein – und mit ihm eine jener Traditionen, auf die sich die Bewohner*innen der terra ganz besonders freuen: der Besuch eines Osterfeuers. Während der Alltag an den Feiertagen vergleichsweise ruhig verlief, war die Aussicht auf lodernde Flammen, frische Abendluft und geselliges Beisammensein für viele ein fester Programmpunkt.

Dabei ist Ostern eigentlich der höchste christliche Feiertag überhaupt. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi von den Toten – der Sieg über den Tod und damit das Fundament des christlichen Glaubens. Theologisch ist Ostern das bedeutendste Fest im Kirchenjahr, weit vor Weihnachten angesiedelt. Dennoch wird Weihnachten in Deutschland häufig intensiver begangen. Das Fest der Geburt Jesu bietet einen leichteren Zugang, ist stark familiär geprägt und passt mit seinen Lichtern, Liedern und Ritualen in die dunkle Jahreszeit. Ostern hingegen befasst sich mit den ernsten Themen Leid und Tod, die kulturell oft weniger im Vordergrund stehen als das besinnliche Beisammensein der Familie unterm Weihnachtsbaum.

So ist es auch bei der terra. Ostern verläuft dort eher unspektakulär – jedenfalls auf den ersten Blick. Kein großes Programm, keine aufwendigen Rituale. Und doch gibt es einen Brauch, der Jahr für Jahr zuverlässig Begeisterung weckt: das Osterfeuer.

Ob am Ostersamstag oder am Ostersonntag – überall im Umkreis von Belau, dem Standort der terra, „brannte“ es lichterloh. In Belau selbst ebenso wie etwa in Bergen an der Dumme zischten die Flammen in den Abendhimmel und zogen zahlreiche Gäste an. Für die Bewohner*innen der terra war es selbstverständlich: Dort muss man hin.

Das Osterfeuer ist eine Tradition, die weit über den rein christlichen Kontext hinausreicht. Im theologischen Sinne symbolisiert das Feuer das Licht Christi, das die Dunkelheit des Todes überwindet. Es steht für Hoffnung, Neubeginn und Auferstehung. Gleichzeitig reichen die Wurzeln dieses Brauchs jedoch deutlich weiter zurück. Schon in vorchristlicher, heidnischer Zeit wurden im Frühling große Feuer entzündet, um den Winter zu vertreiben, die Sonne willkommen zu heißen und die Felder symbolisch zu reinigen und zu segnen. Das Feuer als Zeichen für Leben, Wärme und Erneuerung verbindet beide Deutungen bis heute auf eindrucksvolle Weise.

Ausrichter dieser Feuer ist heute in vielen Orten traditionell die örtliche Feuerwehr. Sie sorgt nicht nur für die nötige Sicherheit rund um die oft beachtlichen Holzhaufen, sondern übernimmt meist auch die Bewirtung der Gäste. Würstchen vom Grill, Getränke und manchmal sogar kleine Sitzgelegenheiten machen aus dem Brauch ein geselliges Dorffest unter freiem Himmel.

Genau diese Mischung aus Tradition, Gemeinschaft und frischer Frühlingsluft macht den Reiz für die Bewohnerinnen der terra aus. Eingehüllt in Jacken und Schals standen sie am Feuer, beobachteten die tanzenden Flammen und genossen die besondere Atmosphäre. Gespräche ergaben sich fast von selbst, während das Knistern des brennenden Holzes den Abend untermalte.

So wurde Ostern bei der terra zwar nicht mit großem Aufwand, aber mit viel Herz begangen. Und während andernorts vielleicht nach Ostereiern gesucht wurde, fanden die Bewohner*innen ihr Highlight in den hellen Feuern der Umgebung – einem alten Brauch, der bis heute Menschen zusammenführt und den Frühling auf besonders eindrucksvolle Weise willkommen heißt.


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