Ein friedvoller Gruß zum Jahreswechsel

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. terra-Geschäftsführer Henrik Thunecke nimmt das hier wie immer zum Anlass, einige Gedanken mit Ihnen und Euch zu teilen und alle mit guten Wünschen durch die kommenden Weihnachtstage und den anstehenden Jahreswechsel zu begleiten.

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,
liebe Nutzerinnen und Nutzer,
liebe ambulant Betreute in Lüchow,
liebe Mitarbeitende der terra est vita,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

gerade denke ich an einen herrlichen Sommertag Ende Juni 2025 zurück. Ich bin Frühmorgens auf einer Landstraße Richtung Anklam zu Fuß unterwegs und genieße die Natur und den erwachenden Tag. Eine Autofahrerin nimmt mich schließlich die letzten Kilometer zum Bahnhof mit und erzählt während der Fahrt fasziniert von dem Buch „Oase des Friedens“ (Heyne HC). Danach stand mein erster Geschenkewunsch für Weihnachten fest. Unsere Tochter hatte nach dem langen Warten aber schon zum Nikolaustag ein Einsehen mit meiner Ungeduld.

Nun liegt das Buch vor mir, in dem das Autorenpaar von sich selbst erzählt: Eine Jüdin und ein Palästinenser heiraten und leben als Pioniere zwischen Jerusalem und Tel Aviv in einem israelischen Dorf. Es wurde 1967 von einem französischen Priester für Juden, Muslime und Christen gegründet und heißt auf Hebräisch Neve Shalom bzw. auf Arabisch Wahat al- Salam. Beides bedeutet soviel wie: Oase/Stätte des Friedens.

Ja, so eine Oase des Friedens ist die terra eigentlich auch. Mittlerweile haben wir Bewohner*innen bzw. Nutzer*innen aus Syrien, Indien, der Türkei und dem Balkan, bei einigen sind die Wurzeln auch nicht ganz sicher. Sie alle beleben den Alltag der terra, tragen neue Kulturen und Gewohnheiten hinein, hinterfragen unsere Wertevorstellungen.

Natürlich gibt es auch mal Zank und Streit, heftige Diskussionen, ärgerliche Worte, Ignoranz oder scheinbar „unüberwindbare“ Grenzen. Aber am Ende doch immer wieder – eine Oase des Friedens.

Woran liegt es, dass uns das in der nun 46-jährigen Geschichte der terra gelingen konnte? Dazu fallen mir spontan fünf Erklärungsversuche ein:

  1. Die Gründung der terra 1979 und die ersten zehn Jahre waren auch stark von der innerdeutschen Grenze geprägt. Sie wurde 1989 durch friedliche Proteste überwunden. (Übrigens: Die ersten 12 Bewohner*innen der terra kamen aus dem Elisabeth Weiske Heim in Berlin Wannsee nahe der Berliner Mauer nach Belau.)
  2. Von Anfang an haben unsere Mitarbeitenden genau das vorgelebt: ein friedliches Miteinander trotz Vielfalt und aller Unterschiede. Mitarbeiter*innen sind eben immer Vorbild, ob sie es wollen oder nicht.
  3. Der friedliche Protest in unserem Landkreis Lüchow- Dannenberg gegen das Atommüll-Endlager in Gorleben hat alle Bevölkerungsgruppen vereint. Das hat die Region nachhaltig bis heute geprägt und auch auf die terra ausgestrahlt.
  4. Unser Dorf Belau ist mit all seinen Einwohner*innen ebenfalls eine Stätte des Friedens. Hier waren und sind die Leute immer an guter Nachbarschaft mit der terra interessiert, obwohl es die Belauer*innen mit den Menschen, die bei uns wohnen und/oder arbeiten, manchmal auch nicht leicht hatten und haben.
  5. Und auch unsere Einbettung in eine herrliche Naturlandschaft trägt zur friedvollen Atmosphäre bei. Hier wird niemand mit Reizen überflutet wie in einer Stadt voller Geräusche und Lärm, grellen Lichtern, schlechter Luft und ganz viel Hektik.

Ich danke allen Bewohner*innen, Nutzer*innen und Angehörigen sowie allen unseren Mitarbeiter*innen dafür, dass sie – zusammen mit unseren Kooperationspartner und Unterstützer*innen – die terra zu dem gemacht haben, was sie war, ist und bleibt: eine Stätte des Friedens. Helfen Sie mit, dass auch das Jahr 2026 davon geprägt sein wird!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch allen ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Euer Henrik Thunecke


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