Der Winter: Ganz schön frostig

Hier hat Frau Holle ganze Arbeit geleistet: Der Wintereinbruch in Deutschland hat auch vor dem Wendland nicht Halt gemacht – und erst recht nicht vor Belau. Auch im „Heimatdorf“ der terra fiel im Januar reichlich Schnee vom Himmel und verwandelte den Hof in eine wahre Winterlandschaft. Was für viele idyllisch aussieht, bedeutet in der Praxis jedoch vor allem eines: Ärmel hochkrempeln und ran an die Schaufeln!

Damit die Hauptwege auf dem weitläufigen terra-Gelände sicher passierbar bleiben, muss ordentlich Schnee geschippt werden. Dabei greifen auch einige Bewohner beherzt zur Schaufel oder helfen beim Streuen mit. Wer vorher noch gefroren hat, dem wurde spätestens nach ein paar Minuten an der frischen Luft garantiert warm. Besonders wichtig ist es, zumindest die Hauptwege „rutschfest“ zu machen. Teilweise müssen sie sogar von Eis befreit werden, damit sich auch die auf einen Rollator angewiesenen Bewohner*innen draußen sicher bewegen können.

Sicherheit geht vor

Deshalb greift die terra im Zweifelsfall auch schon mal zu Salz als Auftauhilfe. Geschäftsführer Henrik Thunecke erklärt dazu: „Aber wenn Schnee gefallen ist oder die Minustemperaturen Richtung zweistellig marschieren, ist der Einsatz von Streusand oder Split wesentlich sinnvoller.“ Für die Zukunft will er deshalb vorsorgen: Sand oder Split sollen künftig immer in einer Kiste oder einem Fass auf dem Hof bereitstehen. „Dann haben wir das stets griffbereit.“

Insgesamt zeigt sich Thunecke mit dem bisherigen Verlauf der kalten Jahreszeit durchaus zufrieden. Die älteren Bewohner*innen kennen solche „richtigen“ Winter noch aus ihrer Kindheit oder Jugend. Für viele jüngere hingegen sind anhaltendes Winterweiß, beachtliche Schneedecken und längere Frostphasen eher ungewohnt – und für manche auch eine echte Herausforderung. „Dann muss die Heizung eben mal eine Weile auf Fünf gestellt werden“, sagt Thunecke pragmatisch.

Schädlinge ade

Doch die teils beißende Kälte hat aus seiner Sicht auch eine oft unterschätzte positive Seite. „Der starke Frost macht so einigen Schädlingen den Garaus, minimiert zum Beispiel das Vorkommen des Borkenkäfers. Für die Forst- und Landwirtschaft ist ein strenger Winter also durchaus von Vorteil“, erklärt der Geschäftsführer. Ein Aspekt, der gerade in wald- und landwirtschaftlich geprägten Regionen wie dem Wendland nicht zu unterschätzen ist.

Gleichzeitig bringt der Winter auf dem Hof nicht nur Mühen, sondern auch jede Menge Freude. Damit das nicht zu kurz kommt, hat Thunecke kurzerhand selbst für Nachschub gesorgt: Zwei persönlich spendierte Schlitten laden zu schwungvollen Fahrten ein. „Ich hatte nämlich festgestellt, dass die Terra gar keine Schlitten mehr besaß“, erzählt er. Und das geht natürlich gar nicht, wenn endlich mal Schnee liegt. Entsprechend wurden auf dem Hof auch schon mehrere Schneemänner gebaut – ein großes Vergnügen, bei dem auch Erwachsene wieder ganz Kind sein dürfen.

Blick in die Teams

Parallel zum Schneeschippen und Rodeln läuft der Betrieb ganz normal weiter. In der Tagesförderstätte arbeiten die Teams im Werkraum und in der Küche nach Plan. Auch das Team Brennholz sitzt keineswegs hinterm Ofen, sondern ist draußen fleißig am Sägen und Spalten. „Aber natürlich machen unsere Holzleute längere Pausen und legen zwischendurch auch noch eine zusätzliche Pause ein, wenn es draußen richtig frostig ist“, so Thunecke. Spätestens nach maximal 90 Minuten Arbeit am Stück folgt immer eine Aufwärmphase.

Auch das Team Landwirtschaft legt im Winter nicht die Hände in den Schoß. Die Schafe im Stall müssen schließlich täglich versorgt werden. Sorgen bereitet das allerdings kaum: Die Tiere sind dort gut geschützt vor scharfem Ostwind und Minusgraden. Zudem verfügt der vor wenigen Jahren neu errichtete Stall über beheizbare Tränken – eingefrorenes Trinkwasser bleibt damit die absolute Ausnahme. Über die Tierpflege hinaus hilft das Landwirtschaftsteam auch in der Küche mit, wenn Gemüse oder Obst für die Mahlzeiten geschnippelt werden muss. Oder es werden im Winter Nüsse für den Verkauf geknackt. Arbeit gibt es immer – im Warmen ist sie für viele natürlich besonders angenehm.

Ölheizung geht in den Ruhestand

Warm ist es in den Gebäuden der terra ohnehin überall. Ein beachtlicher Vorrat an Heizöl, mit dem zu zwei Dritteln auf dem Hof geheizt wird, konnte rund um die Silvesterzeit zudem zu einem günstigen Preis angeschafft werden. Die beiden Tanks sind also voll. Allerdings hat die Ölheizung inzwischen auch schon ein stattliches Alter erreicht: Mehr als 30 Jahre ist sie inzwischen in Betrieb. „Sie hat diesen Winter nun ausgedient. Deshalb wollen wir im Sommer eine Wärmepumpe installieren“, berichtet Henrik Thunecke von den Zukunftsplänen. Die neue Anlage soll die große, alte Ölheizung ersetzen – ein weiterer Schritt, um die terra fit für die kommenden Jahre zu machen.

So zeigt sich: Der Winter in Belau ist zwar arbeitsreich, aber auch voller Gemeinschaft, Bewegung und kleiner Freuden. Zwischen Schneeschaufel, Schlitten, Schneemann und warmen Stuben wird deutlich, dass bei der terra selbst frostige Tage mit Herz, Humor und Zusammenhalt gemeistert werden – und die Kälte am Ende sogar noch etwas Gutes für Wald und Feld tut.

Auf den nächsten Frühling freut man sich in Belau jetzt aber trotzdem. Allerdings wird der noch ein bisschen auf sich warten lassen, denn das frostig weiße Wetter soll sich auch im Februar noch einige Zeit hinziehen.


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