Wie lebt und arbeitet man in einer Einrichtung wie der terra in Belau? Welche Aufgaben übernehmen die Bewohner*innen – und wie sieht ihr Alltag aus? Antworten auf diese Fragen konnten Anfang März Schülerinnen und Schüler der Jeetzeschule in Salzwedel aus erster Hand bekommen. Denn terra-Geschäftsführer Henrik Thunecke hatte erneut Schulen eingeladen, die Einrichtung kennenzulernen. Zwei achte Klassen der Jeetzeschule nahmen dieses Angebot in der ersten Märzwoche gern wahr.
Für die Jugendlichen passte der Ausflug hervorragend in ihren Stundenplan: Im achten Jahrgang standen ohnehin Projektwochen zur berufsorientierenden Bildung auf dem Programm. Am 2. und am 3. März verbrachte jeweils eine Klasse einen Tag bei der terra – und immer mit ausreichend Zeit, um die Einrichtung in Belau in Ruhe kennenzulernen.
Interessierte Fragen
Zum Auftakt begrüßte Geschäftsführer Henrik Thunecke die Schülerinnen und Schüler persönlich und gab ihnen zunächst einen Einblick in die Arbeit der Einrichtung. Er erläuterte, wer bei der terra lebt, wer dort arbeitet und wie Betreuung und Begleitung im Alltag organisiert sind. Schnell entwickelte sich daraus ein lebhaftes Gespräch.
„Die meisten Jugendlichen waren wirklich sehr interessiert und haben auch viele Fragen gestellt“, berichtet Thunecke. Und die hatten es durchaus in sich. Die Jugendlichen wollten zum Beispiel wissen, wie die Bewohner*innen wohnen: Gibt es Einzel- oder Doppelzimmer? Können die Zimmer selbst eingerichtet und dekoriert werden? Wie funktioniert das Zusammenleben in einer Wohngruppe?
Auch der Arbeitsalltag interessierte die Achtklässler. Welche Tätigkeiten übernehmen die Bewohner*innen und Nutzer*innen? Wie viel Geld steht ihnen zur Verfügung? Woher kommt das Geld – und was können sie sich davon leisten? Natürlich ging es aber auch um das Leben außerhalb der Arbeit: Wie verbringen die Menschen bei der terra ihre Freizeit – und dürfen sie vielleicht sogar Haustiere halten?
Das offene Interesse beeindruckte den Geschäftsführer. „Eine Schülerin hat zum Beispiel erstaunt gemeint, dass unsere Leute bei uns ja ein richtiges Zuhause haben!“, erzählt er. Für viele Jugendliche sei es auch eine neue Erfahrung gewesen zu sehen, wie selbstbestimmt und individuell das Leben in einer solchen Einrichtung gestaltet sein kann.
Führung durch alle Bereiche
Nach der Einführung ging es für jede Klasse auf Erkundungstour. Zunächst wurde sie in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielt eine Führung durch die verschiedenen Wohn- und Arbeitsbereiche der terra. Dabei lernten sie unter anderem die Tagesförderstätte kennen. Einige Bewohner ließen sich sogar gern über die Schulter schauen – und zeigten den neugierigen Gästen auch ihre privaten Zimmer.
Im Anschluss teilte sich jede Klasse noch einmal auf, diesmal in drei kleinere Gruppen. So konnten die Jugendlichen die verschiedenen Arbeitsbereiche der Tagesförderstätte genauer kennenlernen. Ein Teil schnupperte in das Team Brennholz hinein und bekam Einblicke in die Arbeiten rund um die Holzverarbeitung und Brennholzproduktion. Andere besuchten das Team Landwirtschaft und erfuhren mehr über die Arbeit mit Tieren und auf den Flächen rund um die terra. Wieder andere schauten im Werkraum vorbei und sahen, welche Tätigkeiten dort von besonders beeinträchtigten Menschen ausgeführt werden.
Nur ein Bereich blieb den Schüler*innen verschlossen: Das Team Hauswirtschaft konnte aus hygienischen Gründen nicht besucht werden. „Das ist zwar schade, aber natürlich nicht zu ändern“, sagt Thunecke.
Viel Raum für Gespräche
Dennoch boten die drei anderen Bereiche genügend Raum für spannende Gespräche. Nach Eindruck des Geschäftsführers nutzten die Jugendlichen die Chance, direkt mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen. „Die Jugendlichen hatten dort ja ausreichend Gelegenheit, unsere Bewohner*innen und Nutzer*innen zu befragen. Und alle haben gern über ihre Arbeit erzählt. Auch unsere Mitarbeiter*innen sind immer offen und haben alle Fragen anregend beantwortet.“
So entstand an beiden Tagen ein lebendiger Austausch – und für viele Jugendliche ein neuer Blick auf das Leben und Arbeiten in der Terra. Für Henrik Thunecke steht deshalb fest: Der Besuch der Jeetzeschule war für alle Beteiligten ein Gewinn. „Beide Tage waren insgesamt eine runde Sache“, resümiert er zufrieden.
