Annegret: Mit Neugier, Empathie und Verlässlichkeit

Sich ein halbes Jahr ausprobieren, Erfahrungen sammeln und herausfinden, wohin die Reise gehen könnte: Seit August 2026 absolviert die 19-jährige Annegret bei der terra ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Gut zwei Monate ist sie inzwischen dabei – und macht das richtig gut!.

„Wirklich ganz toll!“, lobt Geschäftsführer Henrik Thunecke die junge Frau. Auf ihn wirkt Annegret sicher und ruhig, souverän und jederzeit aufnahmebereit. „Man kann sich auf sie hundertprozentig verlassen“, sagt er. Und fügt hinzu: „Und sie lernt und versteht auch Zusammenhänge super schnell.“

Eigenschaften, die gerade im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen viel wert sind. Denn hier braucht es Aufmerksamkeit, Geduld, Einfühlungsvermögen – und manchmal auch einfach einen guten Blick für den Menschen.

Ein Blick für Menschen

Annegret stammt aus Salzwedel und ist dort gemeinsam mit ihrer etwas älteren Schwester in einem Arzthaushalt aufgewachsen. Den respektvollen Blick auf den Menschen, Toleranz und einen wertschätzenden Umgang hat sie also schon vom Elternhaus mitbekommen.

Und noch ein anderes Umfeld hat sie geprägt: ihre Mitwirkung im Schulorchester, in dem Annegret Cello gespielt hat. Auch dabei habe sie gelernt, was es bedeutet, aufeinander zu hören, Rücksicht zu nehmen und gemeinsam etwas zu erschaffen, sagt sie.

Nach dem Abitur stand dann allerdings zunächst die große Frage im Raum: Wie soll es weitergehen? Vielleicht etwas Soziales? Ein Studium der Heilpädagogik? Das erschien Annegret zumindest eine Möglichkeit.

Doch bevor es an die Universität gehen sollte, wollte sie herausfinden, ob der soziale Bereich tatsächlich der richtige Weg für sie ist. „Mal ausprobieren, ob ich da überhaupt richtig angesiedelt wäre und auch mit Menschen, noch dazu mit Menschen mit Beeinträchtigung, zurechtkomme“, berichtet sie.

Die Idee für ein Freiwilliges Soziales Jahr war geboren.

Drei Möglichkeiten bringen Klarheit

Also machte sich Annegret im Internet auf die Suche nach passenden Stellen in Heimatnähe. Drei Angebote, darunter die Stelle bei der terra, erschienen ihr besonders interessant. Auf alle drei bewarb sie sich, führte Gespräche mit den Verantwortlichen und wollte ganz bewusst vergleichen: Welche Aufgaben erwarten mich? Wie arbeiten die Menschen dort? Und vor allem: Wo fühle ich mich wohl?

Auch das Probearbeiten gehörte für sie dazu. Nicht nur reden, sondern ausprobieren, hineinschnuppern und ein Gefühl für die jeweilige Einrichtung entwickeln – das war ihr wichtig.

Am Ende fiel die Wahl der terra auf Annegret – und Annegrets Wahl auf die terra.

Warum? „Mich hat überzeugt, wie hier mit den Bewohner*innen und auchNutzer*innen der Tagesförderstätte umgegangen wird“, sagt sie. Besonders wichtig war ihr dabei zum Beispiel, „dass es bei der terra keinen Produktionsdruck gibt wie in einigen Werkstätten für Menschen mit Behinderung.“

Auch die Möglichkeit, verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen, überzeugte sie. Henrik Thunecke wollte ihr ermöglichen, während ihres FSJ nicht nur die Tagesförderstätte, sondern auch den Wohnbereich zu erleben. Hinzu kamen für Annegret die angenehme Atmosphäre auf dem Hof im ländlich-idyllischen Belau sowie die sympathischen Mitarbeitenden. „Die Entscheidung für die terra ist mir also nicht schwer gefallen“, sagt die 19-Jährige. Zumal Henrik Thunecke auch damit einverstanden war, dass sie sechs statt 12 Monate bleiben möchte.

So konnte es am 1. August also losgehen.

Erst Küche, dann Wohnbereich

Im Bereich der Tagesförderung hatte Annegret zunächst festgestellt, dass sie sich beispielsweise beim Brennholz „nicht so gesehen hat“. Auf Empfehlung des Geschäftsführers startete sie deshalb in der Hauswirtschaft – genauer gesagt: in der Küche.

Eine gute Entscheidung, wie sich schnell zeigte. „Es hat mir echt Spaß gemacht, dort mit dem Team und den dort tätigen Bewohner*innen zusammenzuarbeiten“, sagt Annegret über ihre ersten beiden Monate. Dabei ist der Küchenalltag durchaus eine kleine Herausforderung: Schließlich soll das Mittagessen für die Terraner*innen jeden Tag lecker und appetitlich auf dem Tisch stehen – und natürlich pünktlich. Und das Ganze in einem Team, in dem Menschen mit ganz unterschiedlichen individuellen Tagesformen zusammenarbeiten.

„Na klar ist nicht jeder jeden Tag gleich gut drauf“, hat Annegret erfahren. „Es gibt immer wieder auch Situationen, in denen ein Bewohner oder eine Bewohnerin mehr Zuspruch oder Unterstützung braucht.“ Für die junge Frau sind gerade solche Momente besonders wertvoll geworden. „Außerdem habe ich auch gern mit ihnen geübt, um sie stark für die Aufgaben und Herausforderungen zu machen“, erzählt sie.

Auch die vielen Gespräche mit den Bewohner*innen gehören für Annegret zu den vielen schönen Seiten ihrer Arbeit. Darüber, wie jemand den Nachmittag verbringt. Was am Wochenende war. Oder was man ganz allgemein in seiner Freizeit gerne macht.

Es sind diese scheinbar kleinen Dinge, die zeigen: Interesse am Gegenüber ist für Annegret keine Pflichtaufgabe, sondern für sie ganz selbstverständlich.

Jetzt wird es noch einmal spannend

Nach ihren ersten zwei Monaten in der Hauswirtschaft ist Annegret inzwischen ins Betreuungsteam des Wohnbereichs gewechselt. Dort warten neue Aufgaben, neue Erfahrungen und sicher auch die eine oder andere Herausforderung auf sie. Ihre Empathie, ihre ruhige und klare Art und ihre Fähigkeit, aufmerksam zuzuhören, wird sie sicher auch hier gut einbringen können.

Auch ihre Arbeitszeiten verändern sich: Im Wohnbereich arbeitet Annegret nicht immer nur von 8 bis 16 Uhr, sondern übernimmt auch die spätere Schicht von 14 bis 22 Uhr. Für einen klassischen Morgenmenschen wäre das vielleicht eine Umstellung, für Annegret ist das jedoch kein Problem. „Ich bin sowieso ein Nachtmensch!“, lacht sie.

Wenn die Schicht vorbei ist, setzt sie sich also zu später Stunde noch ins Auto – eine Leihgabe des Vaters – und fährt zurück nach Salzwedel.

Und danach?

Was nach den sechs Monaten bei der terra kommt, weiß Annegret zumindest in groben Zügen schon heute. „Irgendwann natürlich ein Studium“, antwortet sie prompt. Doch bevor das soweit ist, soll noch ein bisschen weite Welt dazukommen. Annegret möchte nach dem FSJ reisen – durch Europa, vor allem nach Frankreich, aber auch Asien reizt sie. Neue Menschen kennenlernen, andere Kulturen entdecken, neue Erfahrungen sammeln: eben Horizonte erweitern.

Vielleicht ist genau das auch ein schönes Motto für ihr FSJ bei der terra. Denn auch hier geht es für Annegret darum, neue Perspektiven zu gewinnen, Menschen kennenzulernen und herauszufinden, was wirklich zu ihr passt. Jetzt überlassen wir Annegret aber erstmal dem Wohnbereich und sind gespannt, welche Erfahrungen sie dort in den kommenden Monaten sammeln wird. Kurz vor dem Ende ihres FSJ bei der terra wird sie uns das sicher erzählen.


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