Wende bei der terra: Wärmepumpe statt Ölheizung

Wenn die älteste und größte Heizungsanlage der terra sprechen könnte, würde sie vermutlich laut aufstöhnen: Der Rücken zwackt, jeder Winter kostet mehr Kraft und eigentlich ist sie schon lange reif für den Ruhestand. Jahrzehntelang hat die betagte Ölheizung gemeinsam mit ihren riesigen Tanks zuverlässig vier Häuser mit Wärme versorgt. Doch jetzt ist ihre Zeit endgültig vorbei.

Was aus finanziellen Gründen zunächst aufgeschoben wurde, wird jetzt Wirklichkeit: Die alte Ölheizung samt ihren Tanks hat ausgedient. Nach einem langen Arbeitsleben darf sie ihren wohlverdienten Platz auf der Entsorgungsdeponie einnehmen. An ihre Stelle tritt nun eine moderne Wärmepumpenanlage – deutlich umweltfreundlicher, sparsamer und fit für die Zukunft.

Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Dabei profitiert die terra davon, dass ihre Gebäude energetisch bereits gut vorbereitet sind. Die Häuser verfügen über Photovoltaik, eine gute Wärmedämmung und ausreichend große Heizkörperflächen – wichtige Voraussetzungen dafür, dass eine Wärmepumpe effizient arbeiten kann.

Das Herzstück der neuen Anlage ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie gewinnt ihre Energie nicht aus Öl oder Gas, sondern entzieht der Außenluft Wärme. Selbst bei niedrigen Temperaturen steckt in der Luft noch genügend Energie, die mithilfe eines technischen Kreislaufs auf ein deutlich höheres Temperaturniveau gebracht und anschließend zum Heizen genutzt wird. Für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom können dabei mehrere Kilowattstunden Wärme erzeugt werden – ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Heizsystemen.

Noch effizienter wäre zwar eine Erdwärmepumpe gewesen. Sie nutzt die im Erdreich nahezu konstant vorhandenen Temperaturen und arbeitet deshalb auch bei zweistelligen Minusgraden oder häufig wechselndem Heizbedarf nahezu unbeirrt mit hoher Leistung. Allerdings hätte diese Technik aufwendige Bohrungen und deutlich höhere Investitionen erfordert – Kosten, die für die terra nicht zu leisten sind.

Eine Luftwärmepumpe reagiert dagegen empfindlicher auf extreme Witterung. Muss sie bei eisigen Temperaturen dauerhaft Höchstleistungen erbringen oder wird sie ständig hoch- und herunterregeln, sinken ihre Effizienz und Lebensdauer. Deshalb setzt die terra auf eine durchdachte Kombination: Zusätzlich wird eine kleine Gasheizung installiert, die ausschließlich dann einspringt, wenn besonders kalte Tage oder außergewöhnliche Lastspitzen dies erforderlich machen. So bleibt die Wärmepumpe das eigentliche Herzstück der Anlage, während die Gasheizung lediglich unterstützend arbeitet.

Mit der neuen Technik verändert sich allerdings auch der Umgang mit dem Heizen. Bewohner*innen und Mitarbeitende werden sich ein wenig umgewöhnen müssen. Während bei der bisherigen Ölheizung häufiges Drehen am Thermostat die Raumtemperatur regelte, arbeitet eine Wärmepumpe am effizientesten, wenn sie möglichst gleichmäßig betrieben wird. Künftig sollten deshalb sowohl die eingestellte Vorlauftemperatur als auch die Thermostate an den Heizkörpern möglichst konstant bleiben. So entsteht ein angenehmes Raumklima, ohne dass ständig nachgeregelt werden muss. Deshalb müssen also alle lernen: Hände weg von den Reglern – außer vor und nach dem Lüften.

Die neue Heizungsanlage ist zweifellos eine große Investition. Dennoch kann die terra dieses Projekt aus eigener Kraft stemmen. Denn rund ein Fünftel der Kosten wird durch öffentliche Fördermittel getragen. Das entlastet den Haushalt und macht den Schritt in eine klimafreundlichere Zukunft ein gutes Stück leichter. terra macht sich auf den Weg in eine nachhaltigere Zukunft. Die neue Heizungsanlage wird zwar niemandem Geschichten erzählen können. Doch wenn sie viele Jahre leise, zuverlässig und energiesparend ihren Dienst verrichtet, ist das vielleicht das schönste Kompliment, das man einer Heizung machen kann.


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