Närrische Tage: Karnevalslaune von Dömitz bis zur Tenne

Wenn im Februar die fünfte Jahreszeit ihren Höhepunkt erreicht, ist auch bei der terra die Freude am Verkleiden, Tanzen und Feiern groß. Für die Bewohner*innen gehört die Karnevals- und Faschingszeit längst fest zum Jahreslauf – und sie wird mit viel Begeisterung begangen. In diesem Jahr sorgten gleich zwei Veranstaltungen für besonders ausgelassene Stimmung.

Karneval am Elbstrand

Den Auftakt machte ein Ausflug zum traditionsreichen Straßenkarneval in Dömitz. Am 15. Februar machte sich eine neunköpfige Gruppe aus der terra auf den Weg, um beim „Karneval am Elbstrand“ dabei zu sein. Der große Umzug findet jedes Jahr am Sonntag vor Rosenmontag statt und lockt zahlreiche Besucher*innen zum närrischen Treiben in die Innenstadt der kleinen Elbestadt.

Organisiert wird das bunte Spektakel vom Dömitzer Karneval Club, der gemeinsam mit vielen weiteren Karnevalsvereinen, Gruppen und Einzeldarstellern aus der Region und darüber hinaus für ein farbenfrohes Programm sorgt. Wagen, Fußgruppen und fantasievoll kostümierte Narren ziehen dann durch die Straßen und verwandeln die Innenstadt in ein lebendiges Meer aus Farben, Musik und guter Laune.

Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer säumen traditionell die Straßen, um den Umzug zu verfolgen. Auch die Gruppe aus der Terra mischte sich unter das Publikum und suchte sich gleich zwei Standorte in der Innenstadt aus, von denen sie das närrische Treiben besonders gut verfolgen konnte. Von dort aus wurde geschunkelt, gelacht und kräftig mitgefeiert, während ein Wagen nach dem anderen vorbeizog. Am Ende des Umzugs werden traditionell die besten Wagen und Fußgruppen prämiert – ein Höhepunkt, der ebenfalls mit Spannung verfolgt wird.

Der Ausflug nach Dömitz war für die Terraner*innen ein besonderes Erlebnis und bot Gelegenheit, gemeinsam mit vielen anderen Karnevalsfans die ausgelassene Stimmung der fünften Jahreszeit zu genießen.

Faschingsdisco auf der Tenne

Doch mit dem Dömitz-Besich war die Faschingszeit bei der terra noch nicht beendet. Ein weiteres Highlight folgte knapp zwei Wochen später: Am 27. Februar verwandelte sich die Tenne der Einrichtung in eine fröhliche Partyzone. Die traditionelle Faschingsdisco stand auf dem Programm.

Die monatlichen Discoabende gehören ohnehin zu den beliebtesten Veranstaltungen im Freizeitkalender der terra. Bewohner*innen sowie externe Gäste kommen dann regelmäßig zusammen, um zu tanzen, Musik zu hören und gemeinsam einen unterhaltsamen Abend zu verbringen. Doch die Faschingsdisco gilt als besonderer Höhepunkt des Jahres. Dafür sorgt nicht zuletzt DJ Tanne mit schwungvollen Rhythmen und einer bunten Mischung aus bekannten Hits für beste Stimmung auf der Tanzfläche. Kaum erklangen die ersten Takte, füllte sich die Tenne mit tanzenden Gästen.

Ein zusätzlicher Spaßfaktor gehört bei dieser Veranstaltung selbstverständlich dazu: Wer wollte, konnte sich verkleiden. Viele Teilnehmer*innen nutzten diese Gelegenheit mit sichtbarer Freude und erschienen in fantasievollen Kostümen. Ob bunt, lustig oder überraschend – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

So wurde die Tenne an diesem Abend zu einem Ort voller Farben, Musik und fröhlicher Begegnungen. Es wurde getanzt, gelacht und ausgelassen gefeiert – ganz im Sinne der fünften Jahreszeit.

Was steckt hinter der Lust am Verkleiden?

Sich für den Fasching, Karneval oder für andere Feste zu kostümieren, geht auf eine Mischung aus Tradition, sozialem Spiel und psychologischer Wirkung zurück. Diese Bräuche wurzeln in der Geschichte Europas – teilweise sogar bis zurück in die Antike.

Schon im antiken Rom gab es Feste wie die Saturnalien, bei denen gesellschaftliche Regeln zeitweise aufgehoben wurden. Menschen verkleideten sich, Herren und Diener tauschten symbolisch ihre Rollen, und ausgelassenes Feiern war ausdrücklich erlaubt. Auch im Mittelalter entwickelten sich ähnliche Bräuche rund um die Zeit vor der christlichen Fastenperiode. In manchen Regionen versuchte man auch, durch Verkleidung und wildem Spiel den Winter auszutreiben.

Der heutige Karneval steht traditionell unmittelbar vor der Fastenzeit. Die Tage vor Rosenmontag und Aschermittwoch waren ursprünglich die letzte Gelegenheit, vor den christlichen Wochen der Enthaltsamkeit noch einmal ausgiebig zu feiern. Verkleidungen wurden dabei bald zum festen Bestandteil.

Verkleidung als Rollenwechsel: Ein wichtiger Zweck des Kostümierens liegt im spielerischen Rollenwechsel. Wer sich verkleidet, kann für kurze Zeit jemand anderes sein – etwa eine wichtige Figur, ein Fantasiewesen oder ein humorvoll überzeichnetes Klischee. In früheren Zeiten hatte das auch eine gesellschaftliche Funktion: Während der Karnevalszeit durften Menschen Autoritäten parodieren, soziale Unterschiede verspotteten oder Alltagssorgen vergessen.

Auch Masken spielten dabei eine Rolle. Sie erlaubten es, anonym zu bleiben und Dinge auszusprechen oder darzustellen, die sonst vielleicht nicht möglich gewesen wären. Karneval galt deshalb lange als eine Art „Ventil“ für gesellschaftliche Spannungen.

Psychologische Wirkung: Das Verkleiden hat gleich mehrere positive Effekte auf den Menschen:

  • Hemmungen sinken: Wer in eine andere Rolle schlüpft, fühlt sie oft sich freier und weniger beobachtet.
  • Kreativität und Fantasie werden angeregt: Kostüme erlauben es, spielerisch mit Identitäten und Ideen umzugehen und sich auszuprobieren.
  • Gemeinschaft entsteht: Gemeinsames Verkleiden und Feiern stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.
  • Stimmung und Humor steigen: Das bewusste Durchbrechen des Alltags wirkt befreiend und fördert gute Laune.

Gerade deshalb sind Faschings- und Kostümfeste bis heute so beliebt – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Für einen Abend oder ein paar Tage wird der Alltag bewusst auf den Kopf gestellt. Man lacht mehr, bewegt sich fröhlicher und erlebt sich selbst und andere einmal in einer ganz anderen Rolle. Genau dieses lebendige Spiel mit Identität und Freiheit macht den besonderen Reiz der Verkleidungstradition aus.


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