Häufige Fragen

Kann ich für immer hier bleiben?
Ja, terra est vita ist Ihr Zuhause. Wenn Sie aus z. B aus Altersgründen nicht mehr in den Beschäftigungsbereichen tätig sein können, bieten wir Ihnen eine angemessene Tagesstruktur. Wenn Sie pflegebedürftig werden sollten, werden wir gemeinsam klären, ob wir Ihre Pflege noch gewährleisten können

Muss ich für immer hier bleiben?
Nein, Sie und Ihre rechtliche BetreuerIn bestimmen, wo Sie wohnen.
Da unser Ziel ist, dass Sie möglichst unabhängig und selbstbestimmt leben können, freuen wir uns für alle BewohnerInnen, die in eine Wohnung ziehen und dann ambulant unterstützt werden können.

Warum ist terra est vita eine Berliner Einrichtung?
terra est vita wurde 1979 von Berliner Eltern und Pädagogen gegründet

Arbeiten hier auch Krankenschwestern?
Ja, wir gestalten unser Mitarbeiterteam multiprofessionell, d. h. dass viele Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen hier arbeiten. So stellen wir sicher, dass wir die verschiedenen Bedürfnisse der BewohnerInnen gut befriedigen können.

Wie oft können wir unser Kind sehen?
Bei uns gibt es keine generellen Besuchsregelungen. Die BewohnerInnen bestimmen selbst, wen sie wann und wo sehen möchten. In Konfliktfällen beraten unsere MitarbeiterInnen und vermitteln zwischen BewohnerInnen, Eltern, Angehörigen, Freunden.

Kann ich hier ein Praktikum machen?
Ja, gerne. Wenn Sie sich terra est vita angeschaut haben, können wir ein Praktikum in den Arbeitsbereichen Landwirtschaft, Garten, Brennholz, Hauswirtschaft oder Werkraum vereinbaren.

Kann ich mein Zimmer selber einrichten?
Ja, wenn Sie hier einziehen, besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, was Sie mitbringen möchten und was Sie noch benötigen. Sie entscheiden mit, welche Möbel eingekauft werden, welche Farbe und Dekoration an die Wände sollen.

Gibt es hier auch Doppelzimmer?
Zurzeit wohnt kein Bewohner im Doppelzimmer. Da viele unserer Zimmer so groß sind, dass dort zwei Menschen wohnen können, ist das auf Wunsch auch möglich.

Kann mich meine Familie hier besuchen?
Natürlich, bei uns gibt es keine generellen Besuchsregelungen. Die BewohnerInnen bestimmen selbst, wen sie wann und wo sehen möchten. Im Sommer und zu Weihnachten feiern wir große Feste, zu denen wir alle Familien und FreundInnen von terra est vita einladen. In Konfliktfällen beraten unsere MitarbeiterInnen und vermitteln zwischen BewohnerInnen, Eltern, Angehörigen, Freunden.

Dürfen die Bewohner ohne Aufsicht hinaus?
Natürlich, wir leben in einem kleinen ruhigen Dorf. Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, alleine unterwegs zu sein, werden von uns begleitet.

Mein Sohn hat noch immer keine Freundin!
Die MitarbeiterInnen unterstützen die BewohnerInnen selbstverständlich bei Themen wie Freundschaften und Beziehungen, Sexualität und Intimität durch individuell abgestimmte Methoden wie Gespräche, Begleitung, Rollenspiele, Körperarbeit usw.

Kann ich hier auch nur arbeiten?
Im Einzelfall können Sie bei uns arbeiten und außerhalb wohnen.

Wie sieht ein Arbeitsjahr bei terra est vita in der Landwirtschaft aus?

Wir, Detlef, Michi, Andreas und Eva, arbeiten in Belau im Arbeitsbereich Landwirtschaft.

Morgens, um halb neun, beginnt unser Arbeitstag mit dem Füttern unserer Tiere. Jeder von uns hat in diesem Bereich seine feste Aufgabe. So füttert Eva morgens die Hühner. Weil sie es aber noch nicht so ganz kann, helfen, Maren oder Petra - unsere Anleiter - dabei. Michi und Andreas versorgen unsere Sauen, den Eber und die Mastschweine mit Futter, Wasser und halten auch die Ställe sauber.

Andreas hat über Jahre gelernt, unsere Mutterschafherde sowohl im Sommer auf der Weide, als auch im Winter im Stall verantwortungsvoll unter der Anleitung von Maren zu versorgen.

Unsere Arbeitsbereichanleiterinnen unterstützen uns natürlich bei unserer Arbeit. Gerade die Arbeit mit Tieren ist nicht immer einfach, z. B. wenn die Futtermengen sich verändern, wenn unsere Sauen ihre Ferkel bekommen oder auch unsere Schafe ihre Lämmer.

Detlef sortiert in der Zeit den Müll, der vor dem Müllraum gesammelt wird. Auf einem großen Kalender haben die MitarbeiterInnen für Detlef die verschiedenen Müllabfuhrtermine eingetragen. So kann er allein die Tonnen oder gelben Säcke zum richtigen Termin an die Straße stellen.

Wenn die Tiere versorgt sind, erledigen wir Arbeiten, die je nach Jahreszeit gerade anfallen. Im Frühjahr bestellen wir unsere Äcker, d. h. wir pflügen, säen Korn und Rüben ein und pflanzen Kartoffeln.

Alle zusammen gehen wir ab Ende Mai unsere Futterrüben hacken, d. h. wir entfernen das Unkraut um die jungen Pflanzen herum, um sie besser wachsen zu lassen.

Im Sommer freuen wir uns alle auf das "Heu pressen". Maren oder Petra mähen das Gras und wenden es, bis es zu Heu geworden ist. Dann fahren wir alle gemeinsam mit Heupresse und Anhängern auf die Wiesen, stapeln die Heuballen auf die Anhänger und harken liegen gebliebenes Heu auf. Im Spätsommer, nach der Getreideernte, pressen wir genau so wie das Heu, die trockenen Getreidehalme zu Stroh.

Über dem Schweine- und dem Schafstall haben wir große Böden, auf denen wir unser geerntetes Korn, Heu und Stroh lagern, um es im Winter zu verfüttern bzw. die Ställe damit einzustreuen.

Dann ist es Zeit, unsere Kartoffeln zu ernten. Einer unserer Arbeitsbereichanleiter fährt den Traktor mit dem Kartoffelroder. Wir stehen auf dem Kartoffelroder und sortieren schon während der Ernte die Steine und schlechten Kartoffeln aus.

Als letzte Arbeit in der Ackersaison ernten wir im Herbst unsere Futterrüben. Erst werden die Rüben per Hand gezogen und in eine Reihe gelegt. Dann werden mit einem Spaten die Blätter abgestochen und dann werden die Rüben auf einen Anhänger geladen, um sie nach Hause, auf den Hof, zu bringen und frostsicher zu lagern. Das ist sehr wichtig, damit sie nicht verfrieren und faulen, ehe sie verfüttert worden sind.

Ende Dezember scheren wir die Schafe, wenn die tragenden Schafe von der Wiese wieder in den Stall kommen. Diese Arbeit ist sehr anstrengend. Andreas und Michi helfen, die Schafe einzufangen und festzuhalten. Die Schafwolle verkaufen wir zum größten Teil, weil wir sie nicht allein verarbeiten können. Ein kleiner Teil wird in unserem Werkraum zu Kissenfüllung verarbeitet.

Michi hat seinen Führerschein für den Traktor gemacht und daher fühlt er sich auch für die Pflege unserer Maschinen und der Traktoren verantwortlich.

Außer diesen, wie wir sie nennen, "Saisonarbeiten", halten wir auch unsere landwirtschaftlichen Gebäude sauber und reparieren ggf. Türen, Tore etc.

Auch auf dem Hof gibt es viel zu tun, wie z. B. Gras mähen, Pflasterarbeiten oder Hof fegen.

 

Wie sieht ein Arbeitsjahr bei terra est vita im Garten aus?
Seit kurzem ist unser Garten dem Beschäftigungsbereich Landwirtschaft angegliedert. Vorher haben ihn die Kollegen und BewohnerInnen der Holzgruppe mit bewirtschaftet, aber die Arbeit speziell im Holzbereich hat so zugenommen, dass sie es nicht mehr schafften.

Unser Garten hat eine Fläche von 1000 qm, dazu kommen jede Menge Blumenrabatten und viele Rasenflächen.

Stefan arbeitet schon sehr lange im Garten und ist auch mit Leib und Seele Gärtner.

Christine kann so gut und gründlich Unkraut jäten, dass wir sie im Arbeitsbereich nicht missen wollen.

Zusammen mit den ArbeitsbereichanleiterInnen Maren oder Petra wird die Anbauplanung für das Jahr gemacht und das Saatgut bestellt.

Wenn im Garten alles gesät und gepflanzt ist, haben wir auch Zeit, unsere Blumenrabatten zu pflegen und die Rasenflächen zu mähen.

Im Frühjahr werden in den Gewächshäusern Blumen, Kräuter und Gemüsepflanzen vorgezogen. Draußen im Garten werden nach dem Umgraben die ersten Beete bestellt. Die Erntezeit ist im Garten die schönste Zeit. Alle helfen mit, z. B. beim Beeren pflücken, Bohnen schnippeln, beim Möhren putzen usw.

Fast alles, was wir ernten, wird in unserer Küche verarbeitet. Aus den Früchten wird Marmelade gekocht und das Gemüse gibt es als leckere Salate oder als Mittagsmahlzeiten.

Im Herbst, wenn im Garten die Arbeit weniger wird, müssen Obstbäume und Sträucher wieder in Form gebracht werden, d. h. Maren oder Petra schneiden die Bäume und Sträucher zurück. Die anfallenden Äste werden geschreddert und als Mulch wieder verteilt.

Es ist jedes Jahr aufs Neue wieder schön, im Garten alles wachsen zu sehen, es bis zur Ernte zu pflegen und mit Stolz können wir sagen, wir essen unser eigenes, leckeres Gemüse.

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